Wir warten immer schon sehr ungeduldig, bis wir einander wieder treffen....


In den ersten Jahren nach unserer Gründung am 28. Oktober 1975 in der Wiener Zedlitzgasse 5 fand das Verbindungsleben naturgemäß in Wien statt. Es gab verschiedene "Stämme", wo man uns häufig antreffen konnte. Das heute ruinierte Souterrainlokal "Pürstner" in der Innenstadt zählte dazu, die "Goldene Glocke" in Wien 3., gelegentlich versammelten wir uns auch im "Grünen Baum" in Klosterneuburg. Es gab Kneipen, Bierrunden, Stammtische, ACAC, worunter wir themenbezogene Abende mit kulturell-wissenschaftlichen Inhalten verstehen, Tarockrunden und ähnliche Veranstaltungen. Der Austro-Germanen-Mittagstisch jeden Mittwoch im Griechenrestaurant "Diogenes" in der Wiener Landesgerichtsstraße ist unvergeßlich.
Doch diese schönen Jahre neigten sich 1983 dem Ende zu. Die ersten Corpsbrüder hatten das Studium und ihre postpromotionelle Ausbildung beendet und traten weitab von Wien ihr Berufsleben an. Heute gibt es in Wien einige dort ansässige Corpsbrüder und auch einige Studierende, im Waldviertel findet man eine große Gruppe von Corpsbrüdern, doch auch in Tirol lebt einer von uns. Sogar in Deutschland kann man Austro-Germanen - in Würzburg und Hamburg - finden.

 

Austro-Germania ist anders organisiert als "herkömmliche" Korporationen. Wir haben keine "Aktivitas" neben dem "Altherrenverband": Wir alle sind "aktiv".

An den Orten, da mehrere Corpsbrüder ansässig sind (Wien und Waldviertel) gibt es Konstanten, die mehr oder weniger regelmäßig stattfinden:

In Wien fanden bis März 2010  die regelmäßigen, monatlichen Treffen der Wiener im "Mittelpunkt der Welt" im 12. Bezirk statt. Dieses Lokal war namensgebend für die kleine, feine Runde. Wegen der Unwilligkeit des Wirtes mußte der Standort verlagert werden. Seit April 2010 findet der "Mittelpunkt der Welt" im bekannten Gasthaus "Spatzennest" am St.-Ulrichs-Platz 1 im 7. Wiener Gemeindebezirk statt.

Das Waldviertel trifft sich monatlich an jenem Freitag, der dem 11. des Monats zunächstliegt, im "Demutsgraben", unserem Bierdorf Lichtenhain in der Nähe von Zwettl. Gelegentlich aber auch in unserer "Bude", dem Kneipstübchen Rüdigers in Unserfrau, oder bei einem der anderen Corpsbrüder. Das Treffen heißt aber traditionellerweise immer "Demutsgraben".

 

 

35. Stiftungsfest in Neuhaus/Böhmen

 

 

Freitag, 22. Oktober 2010

 

Am späten Nachmittag trudelten die ersten Gäste in dem malerischen Städtchen Neuhaus ein: der allererste war der mit der längsten Anreise, Cb Elkan. Der Fuchsmajor mit seinem Gaste, KK Zwerg Perkeo, wäre zwar schon zuvor zugegen gewesen, mußte aber noch im vorgesehenen Kneiplokale, dem U Tkadlen, antichambrieren, damit dort auch alles so funktioniere wie geplant. Herr Mag. Jan Fidler, der Besitzer des Lokals, wollte es so.

 

Bei einem ersten Biere traf der Hohe Senior in Begleitung zweier seiner Untertanen ein, des Notcorpsfuchsen Herzl und des Krassen Papst ; ein Umstand, der Würzls Auto den Titel eines „Papamobils" einbrachte. Noch während man sich darüber freute, rief der Hohe Altsenior Dienstag, der seinen Leibfuchsen Engländer im Gepäck hatte, an und behauptete, er sei bereits in Eisgrub. Entsetzen machte sich breit: Eisgrub ist ein Dorf am Rande der Welt an der südmährischen Grenze, aus dem es ohne ortskundigen Führer kein Entkommen gibt. Doch bald stellte sich der Name der Ortschaft korrekt als Eisgarn heraus und wir wußten unseren Dienstag nun auf dem richtigen Wege. Sein Leibfuchs Wiesengrund rundete unser Grüppchen ab. 

So versammelt genoß man ein recht wohlschmeckendes erstes Abendmahl im Hotel Concertino, trank sein Bier zur Nacht und erwartete den kommenden Tag im warmen Bette.

 

Samstag, 23. Oktober 2010

 

Da die Nacht kalt war und wir daher am Vorabend, dem Begrüßungsabend, schärfer zechen gemußt, hub der Tag erst etwas später an. Um 10 Uhr marschierte die Austro-Germania geschlossen, aber schon nüchtern zum Schloß, wo Herr Krajnik bereits auf uns wartete. Er führte uns gekonnt durch die ereignisreiche Geschichte dieser alten, wunderschönen Gebäude und sorgte damit für einen ersten hochinteressanten Programmpunkt. Im barocken Konzertsaale des Schlosses gab unser Corps sein Debut als Chor und sang in dem akustisch hervorragenden Raume ein zu Herzen gehendes „Wir hatten gebauet", für das Herr Krajnik Beifall spendete. Beeindruckt zog man hernach zum Concertino, wo bereits das Mittagessen auf uns wartete.

 

Um 14 Uhr begaben wir uns in die Obhut von Frau Mag. Kubatova, unserer Stadtführerin, die uns auf ihrer Flöte gekonnt ein Werk des Neuhauser Komponisten Adam Václav Michna vorspielte. Sie verstand es, uns den humanistischen Geist der alten Stadt, die viele Persönlichkeiten hervorgebracht hat und auch Wohnort des tschechischen Nationalkomponisten Friedrich Smetana war, nahezubringen. Nachdem uns die Frau Magistra am Schloßeingange verlassen hatte, nahmen wir ein Bier in einem nahen Beisel und besprachen das Gesehene.

 

Hernach gab es das Schlüsselerlebnis für unsere Notcorpsfuchsen, die Mechanische Krippe im Stadtmuseum. Sie ist dem Guiness‘ Rekordebuch einen Eintrag wert und wirklich eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges!

 

Nach einer kleinen Ruhepause im Hotel trat man den Weg zu unserem Abendlokale an. Nachtmahl und Kneipe harrten dort unser in einem wunderschönen Gewölbe, von dem Würzl behauptete, es hätte auf uns gewartet!

 

Und wirklich: wie für uns gemacht zeigte sich das Haus und der Raum. Man muß ein wenig ausholen, denn das U Tkadlen mag für Austro-Germania auch in der Zukunft gelegentlich von Bedeutung sein.

Es handelt sich um ein langgestrecktes Gebäude am Fuße des Neuhauser Schlosses, dessen Kerne wohl aus dem 15. Jahrhundert stammen mögen. Eine kleine, gemütliche Gaststube, in die wir stets „lieber wieder zurückgingen", um noch eins zu trinken, eine billige Pension, unser Kneipgewölbe und, man höre und staune, eine Art Burse beherbergt das Haus: ein Teil wird von Studenten der Neuhauser Fachhochschule bewohnt!

Sommers bevölkert man den Garten des Anwesens, malerisch am Ufer des Flüßchens Nezarka gelegen, trinkt dort Faßbier und grillt Ochsen am Feuer. Winters aber begibt man sich in das Gewölbe und läßt dort den Gott der Freude einen guten Mann sein. Das ChC der Austro-Germania sieht sich dort schon so manches Sommerfest gestalten!

 

Nachdem wir vergeblich versucht hatten, das riesige Buffet leerzuräumen, machten wir uns ans Kneipen. Es galt ja, 35 Jahre Austro-Germania zu feiern! War es die gute Aura des Gewölbes, war es das tschechische Bier oder die nun endlich erfolgte Burschung Wiesengrunds - die Kneipanten fühlten sich sauwohl, die Stimmung war exzellent und die Kneipe gut wie in frühesten Jahren.

 

Kaum traten wir zur Mitternacht aus dem Hause, mußten wir feststellen, daß rings alles in Stürmen war und wir doch wohl besser ins Wirtshaus zurückgingen...dort gab‘s ja noch ausgezeichneten Schnaps und böhmisches Bier!

 

Ein romantischer Nachtspaziergang durch die schwachbeleuchtete Schloßgasse brachte uns wieder in unser Hotel, wo bereits unsere warmen Betten auf uns warteten.

 

Sonntag, 24. Oktober 2010

 

Wie schon tags zuvor hatten auch an diesem Tage die Aufsteh- und Frühstücksarbeiten bis gegen 10 Uhr beendet zu sein, galt es doch anschließend Fahrgemeinschaften zu bilden, die das Austro-Germanen-Grüppchen nach Teltsch zu verbringen hatten.

 

ls wir dort eintrafen, herrschte allenthalben Sonntagsruhe. Das Städtchen war so ausgestorben, als hätte man hier am Vortage gesoffen...

 

Wir machten einen kleinen Stadtrundgang, stellten fest, daß das Schloß zurzeit unter Filmaufnahmen zu leiden hatte, weswegen lediglich der Besuch des Spielzeugmuseums möglich war. Doch zuvor begaben wir uns in das Lokal unseres Ehrenmitgliedes Schwejk, gleich neben dem Schlosse gelegen. Dort frönte man dem Genusse böhmischer Wurst und ebensolchen Bieres. Hernach stellten wir dann fest, daß sudetendeutsche und böhmische Kinder an den gleichen Sachen Freude hatten wie alle anderen auch...

 

Da der Tag noch jung war, stellte sich die Frage, wie wir denn die Zeit bis zur Landesvaterkneipe überbrücken sollten. Ein sehr rühriges Touristeninformationsbüro am Teltscher Stadtplatz half uns weiter: die Burgruine Landstein sei offen und könne besichtigt werden. Dem Gotte der Freude sei Dank, daß wir‘s machten: eine der mächtigsten Burganlagen Mitteleuropas erwartete uns dort! Burg Landstein entstand spätestens nach 1222 zur Sicherung der damals unruhigen böhmisch-österreichischen Grenze. Sie wurde vermutlich auf Initiative des böhmischen Königs Ottokar I. Přemysl aus strategischen Gründen gegenüber der älteren, gleichnamigen Burg, die den österreichischen Zöbingern gehörte, errichtet. Von der gewaltigen Anlage sind nur mehr Mauern übriggeblieben, die indes noch immer von beeindruckender Wirkung sind. Unsere Notcorpsfüchse erforschten die Burg von unten bis oben, wir Alten genossen den weiten Blick über‘s Land, den wir nach dem Turmaufstieg hatten. Das Erlebnis mußte hernach unbedingt gefeiert werden. So begab man sich in die benachbarte Wirtschaft zum Landsteiner Hof, ein Lokal, das für das Feiern an lauen Sommerabenden ungeheuer geeignet erscheint: abgelegen, mit riesigem Garten und Grillmöglichkeiten, sogar eine kleine Bühne gibt es dort. Ein Fall für Austro-Germania?

 

Langsam mußte man an die Heimkehr denken. Ein ereignisreicher Tag neigte sich, der Abend würde die Landesvaterkneipe bringen, an der Cb Wiesengrund erstmals als Bursch teilnehmen durfte. Der Hohe Senior Würzl ließ sich denn auch nicht lumpen und leitete die Zeremonie des Landesvaters mit dem von ihm erdachten Nieswürzl-Comment ein! Gut, daß unser Cb Wieland, der am Sonntag früh mit seiner Kapelle spielen mußte und deshalb von Freitag bis Dienstag nicht teilnehmen konnte, abwesend war: ein Rundgesang... :-(

 

Montag, 25. Oktober 2010

 

Wie schon gewohnt, begann uns der Tag um 10 Uhr mit einem kleinen Spaziergang durch die Stadt, der uns zur Werkstatt einer Neuhauser Spezialität führen sollte, zur Gobelinmanufaktur unseres Wirtes Mag. Fidler.

 

Ein neuer Höhepunkt unseres Stiftungsfestprogramms bahnte sich an. Herr Mag. Fidler erwartete uns bereits in einem an sich reizlosen Haus, um uns seine Werkstatt zu zeigen. Ursprünglich war die Manufaktur, die von Frau Marie Hoppe-Teinitzer gegründet worden war, in einem historischen Gebäude neben dem U Tkadlen untergebracht. Wegen der überzogenen Mietforderungen (das Gebäude gehört der katholischen Kirche) mußte ein Ausweichlokal gefunden werden. Derzeit ist jedoch ein EU-Projekt programmiert, die Werkstatt in der alten Neuhauser Brauerei neben dem Schloß unterzubringen. Wir konnten den Stickerinnen, die den ganzen Tag mit Kunstlicht verbringen, bei ihrer mühsamen Arbeit zusehen und erfuhren einiges über die Herstellung neuer und die Restaurierung alter Gobelins. Interessant ist dabei die in Neuhaus entwickelte Technik der Gestaltung von Farbübergängen in den gestickten Bildern.

 

Ein kleiner Spaziergang durch die Stadt, der uns zum Mittagessen ins U Tkadlen führte, beschloß den ersten Programmpunkt des Tages. Der Nachmittag sollte dann der Neuhauser Schmalspurbahn gewidmet sein, die uns leider an diesem Tage nur mit einer allerdings auch schon historischen Dieseltriebwagengarnitur diente.

 

Cb Elkan fungierte auf dem Marsche zum Bahnhof als Navigationssystem. Im Bahnhofe stand bereits ein Zug, der mit donnernden Motoren darauf wartete, uns nach Neubistritz zu bringen. Gespannt stiegen wir ein und nahmen eines der beiden Abteile in Beschlag.Und dann ging die Fahrt los. Solange wir auf den Schienen im Bereich des Bahnhofes und bis zur Abzweigung der Normalspurbahn fuhren, fiel nichts auf. Aber dann! Auf schwankenden Geleisen rumpelten wir im Schrittempo dahin, gut, daß keiner von uns anfällig für die Seekrankheit ist! Nach fast anderthalb Stunden erreichten wir das 34 km entfernte Neubistritz, wo es galt, ein Bier in „realsozialistischer" Atmosphäre zu nehmen. Wer uns kennt, weiß, daß das gelang! Neubistritz ist durch seine Lage an der jahrzehntelang toten Grenze nicht gerade bevorzugt gewesen. Und so sieht es auch aus...

 

Nach knapp einer dreiviertel Stunde enterten wir wieder unseren Zug, diesmal als einzige Fahrgäste. Schwankend bewegte sich unser Haufen zurück nach Neuhaus.

 

Am Abend des Landesvaters hatte uns Cb Rodenstein die Ehre gegeben, es wurden, wie auch schon auf der Stiftungsfestkneipe, Salamander gerieben und die Stimmung war wieder austro-germanen-verdächtig. Die Erneuerung des Burscheneides geriet uns zu einer würdigen Zeremonie, von der vor allem unser Konkneipant Zwerg Perkeo sehr beeindruckt war. Wir fühlten uns so wohl, daß wir im Anschluß wieder einmal einen Frankonen-Comment rieben!

 

35 Jahre Austro-Germania! Was haben wir in dieser Zeit nicht alles mitgemacht - von Auflösung, langsamem Aussterben, vom Vergehen der alten Burschenherrlichkeit war da oft etwas über unseren Köpfen, auch daß alte Knaben womöglich auf ihre Jugend vergessen könnten, stand als Damoklesschwert schon über uns. Und `s is‘ olles net woahr! Wir feierten wie weiland in Wien im Pürstnerschen Hinterzimmer und fühlten uns so wohl als wie siebenhundert satte Säue! Und das mag nicht zuletzt an der Magie des Ortes gelegen haben. Kein Wunder, daß wir alle dorthin zurückkehren möchten! Trotzdem mußten wir irgendwann auch ans Heimgehen denken. Kaum traten wir auf die Gasse hinaus, mußten wir sehen, daß der Mond ein arg schief Gesicht machte und die Laternen wackelten und fackelten! Also: zurück ins Wirtshaus...

 

Der schließlich doch erfolgende Heimweg ließ uns in Erinnerungen schwelgen.

 

Der Abend sollte uns dann die Stiftungsfest-Exkneipe im U Tkadlen bringen. Wie es echte Austro-Germanenart ist, probierte unser Hoher Senior, Seine allerhöchste anatolische Majestät Würzl, etwas Neues aus.

 

Die Exkneipe gestaltete sich, im Anschluß an das Abendessen, als etwas, das die Austro-Germania in ihren ersten Jahren als „Spieleabend" praktizierte: die Kneiprunde spielte Würzls zum 30. Stiftungsfest präsentiertes Brettspiel. Keiner wollte so recht glauben, daß das funktionieren könnte, und dennoch: die Exkneipe war die beste Kneipveranstaltung seit langem, obwohl die vorhergehenden Kneipen zu Neuhaus ja auch nicht gerade von schlechten Eltern waren! Der Witz bei Würzls Spiel liegt darin, daß Mensch-ärgere-Dich-nicht-gleich eine Strecke durchzuspielen ist, auf der vielfache Hindernisse warten: Einmal gilt es, ein Kneiplied zu singen, ein anderesmal einen Schoppen zu leeren, dann wieder einen Comment zu präparieren. Und wer schließlich den Sieg zum Greifen nahe glaubt, wird geschlagen und kehrt an den Anfang zurück...

 

Würzl versprach, die Ereignisse der letzten fünf Jahre dem Spiele hinzuzufügen, der FM Rüdiger überlegt bereits, das Spiel als richtiges Brettspiel herauszubringen, wobei leider gewisse technische Probleme zu überwinden sind, die wohl ohne professionelle Druckerei kaum zu bewältigen sein werden. Doch wie heißt‘s bei uns? Jetzt erst recht!

 

Als das Spiel einen Sieger gefunden hatte, war der Kneipabend praktisch zu Ende, jedermann war begeistert von dieser neuen Art zu kneipen. Es wird sicherlich nicht das letztemal gewesen sein! Seltsamerweise sah uns die Straße, auf die wir dann traten, sehr wunderlich aus, so daß wir wieder ins Wirtshaus zurückmußten...

 

Dienstag, 26. Oktober 2010

 

Wer die Austro-Germanen näher kennt, der weiß, daß seit drei Jahren kein österreichischer Nationalfeiertag vergeht, ohne daß wir eines unserer Notcorpsfuchsen gedenken, welcher genau an diesem Tage geboren: NCf Marmogneau. Da dessen Vater zum Zeitpunkte unseres Festes leider schmerzhaft hatschert war und deshalb nicht teilnehmen konnte, gedachte der Berg Austro-Germania einfach zum Propheten zu gehen. So war also der Haupt- und abschließende Programmpunkt des 35. Stiftungsfestes unseres Corps die Heimsuchung Cb Klecksis und die Gratulation an unseren kleinen Marmogneau! Gottlob befanden sich die Genannten bei Klecksis Eltern in Dobersberg, also unweit unseres schönen Neuhaus.

 

Da unser Hoher Altsenior Dienstag sein Auto in der Parkverbotszone am Hauptplatze gelassen hatte und deswegen eine sogenannte „Kralle" abgefaßt hatte, mußte er sein Auto erst auslösen, ehe er nach Dobersberg reisen konnte. Eine Taktik, die durchaus als klug zu bezeichnen ist: die Aktion kostete ihn nur wenig Zeit und überdies 300 Tschechenkronen. Rüdiger zahlte für die ordnungsgemäße Aufbewahrung seines Autos in der Hotelgarage mehr als das Zehnfache...

 

Der Nachteil der Aktion war indes, daß Dienstag sich allein auf dem Weg zu Klecksi greulich verfranzte und, da er den NCf Herzl im Auto hatte, der die rasche Fahrt auf den böhmischen Sträßlein nicht goutierte, ein vollgekotztes Auto sein eigen nennen mußte, als er endlich ankam.

 

Die Schar der Gratulanten hatte in Neuhaus ein original böhmisches Holzpferdchen für Marmogneau besorgt, dem wir auch einige Silberlinge beilegten. In Dobersberg grad angekommen sang unser Corps im Chor ein „Happy Birthday", das sich gewaschen hatte! Der kleine Mann schien sich über unseren Besuch durchaus zu freuen! Zur Feier des Tages öffnete Klecksis Vater Julius eine Flasche französischen Rotweins, stimmigerweise mit dem Namen „Papa Jules", der uns Gratulanten sehr ergötzte!

 

Ein wunderschönes 35. Stiftungsfest ging damit zu Ende. Es bleibt nur, den entschuldigt und unentschuldigt Ferngebliebenen unser Bedauern auszusprechen, daß sie dieses Fest versäumten: unserem Cb Agrippa, der die Tiroler Feriensituation zu einem zweiwöchigen Urlaub genutzt hatte, unserem tröpflein, der eine USA-Reise zu tun hatte, unserem Scheffel, den die Geschäfte in Hamburg festhielten, dem Hohen Consenior Goldzwerg, den wir außerhalb von Ferien wohl erst wieder nach Ende des Studiums zu sehen bekommen werden, unserem Hildebrand, der es ebensowenig wie Cf Nachtigall wieder einmal nicht für nötig gehalten hatte, einen von uns anzurufen oder sich sonstwie zu melden, unserem Wieland, der ja seine Tute zu blasen hatte, aber auch Cb Saaleck, der die Reihe der freien Tage zur Renovierung seiner Wohnung in Altmünster nutzen mußte.

 

`s war halt doch ein schönes Fest, über dessen Zuendegehen die Teilnehmer nur mit einem kräftigen „Vivat sequens!" zu trösten waren. Auf bald im schönen Böhmen!